Abgesessen

Angelika
Wischermann

Supergau 14.-23. Mai 2021 -------------- Kunstfestival im Flachgau

Abgetreten

2020, performatives Objekt

Drei Fußmatten, je ca. 60 × 40 cm

An drei Fußmatten wurden so lange die Füße abgestreift, bis sich deutliche Abnutzungsspuren zeigten. Die Fußmatten werden nebeneinander an einer Wand hängend präsentiert.

Streich um Streich

2019, performative Installation

Abgebrannte Streichhölzer

Vor Ausstellungsbeginn wurden in einem dunklen Ausstellungsraum drei Nächte lang Streichhölzer angezündet. Nacheinander brannten sie ein wenig herunter, wurden dann ausgelöscht und auf den Boden geworfen. Der so entstandene Haufen aus abgebrannten Streichhölzern verweist auf die nächtliche Tätigkeit.

Transferleistung

2019, Intervention und Künstlerbuch

Knallerbsenstrauch, Knallerbsen, Draht

Ein völlig kahler Knallerbsenstrauch wurde mit den Beeren noch Früchte tragender Sträucher reich bestückt. Die Beeren wurden mit Draht an den Stellen angebracht, an denen zuvor die eigenen Früchte des Strauchs hingen.

Regendach

2018, interaktive Installation

Holzgerüst, Markisenstoff, Gartenschlauch, Maße variabel

Ein Regendach steht auf der Terrasse einer Bar. Es schützt jedoch nicht vor Regen – im Gegenteil, unter diesem Dach regnet es permanent. Barbesucher:innen können ihre Getränke dennoch, ohne nass zu werden, genießen, wenn sie die zur Verfügung gestellten Regenschirme benutzen.

Auf eigenen Beinen stehen

2018, performatives Objekt

Holzstuhl, 80 × 40 × 42 cm

Die Beine eines Stuhls wurden mit einer Feile in jeder Hand bearbeitet. Auf dem Stuhl sitzend wurde gefeilt, bis der Stuhl zusammenbrach.

Wochenstand

2017, Cyanotypie

Sieben Blätter Aquarellpapier, je 56 × 42 cm

Auf lichtempfindlichem Papier wurde eine Woche lang jeden Tag möglichst bewegungslos gestanden. Durch die Belichtung der täglich wechselnden Blätter wurden Fußstellung und Körperhaltung auf dem Papier fixiert. Doch obwohl dieser Vorgang immer auf die gleiche Weise wiederholt wurde, sind Abweichungen zwischen den einzelnen „Tagesständen“ sichtbar, denn die Positionierung des Körpers und die Entwicklung des Papiers sind nicht exakt wiederholbar. Die sieben Tagesstände werden ungerahmt nebeneinander an einer Wand hängend präsentiert.

Recht schön gelegen

2016, performative Installation

Holzkiste, Teichfolie, Erde, Gras, ca. 200 × 300 cm

Ein Grasbeet, in dem deutlich der gelbliche Abdruck eines menschlichen Körpers sichtbar ist. Dieser entstand durch einwöchiges tägliches In-der-Wiese-Liegen. Bei der Eröffnung ist der Körperabdruck deutlich im Gras zu sehen, während der Ausstellung verschwindet er allmählich wieder.

Gespannt erwarten

2016, Videoinstallation

Mindestens drei Röhrenfernseher, Maße variabel

Eine Vase steht vor einer schmalen weißen Wand. Sie wird mit einer weißen Schnur in der Hand umkreist und dabei so fest umspannt, dass sie schließlich durch den zu groß gewordenen Druck zerbricht. Die Installation besteht aus mindestens drei Röhrenfernsehern, die das Einwickeln unterschiedlicher Vasen zeigen. Sie stehen so im Raum verteilt, dass nur auf einem von ihnen der lange, monotone Prozess der Umspannung betrachtet werden kann. In regelmäßigen Abständen erklingt das Zerbrechen einer Vase aus einem der Fernseher. Eilt man jedoch zu ihm hin, ist die Vase bereits zerbrochen. Nur wer geduldig abwartet und zuschaut, kann den kurzen, spannungsvollen Augenblick des Zerbrechens erleben.

Überdruss am Überfluss

2015, Videoperformance

Beamerprojektion, 1 × 3 Std. und 7 × 6 Std.

Ich baue einen Staudamm in einen Gebirgsbach mit steinigen Ufern. Eine Woche lang arbeite ich täglich für sechs Stunden an dem Damm. Dadurch wird zwar das stetig fließende Wasser in seiner Bahn verändert, dennoch ist es mir nicht möglich den Wasserstrom gänzlich aufzuhalten. Auch wenn der Damm durch die herangeschleppten Steine immer höher und breiter wird, bahnt sich das Wasser weiterhin seinen Weg. Die Videoperformance wird mit einem Beamer in Echtzeit abgespielt und ist an Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung angepasst.

Durchgangszimmer

2015, interaktive Installation

Weiß gestrichene Holzplatten, Türen, 250 × 299 × 201,5 cm

Ein schmaler weißer Raum ist mit sechs Türen versehen, die sich alle ins Innere öffnen lassen. Der Raum ist jedoch so klein, dass die Türen aneinanderstoßen und sich gegenseitig blockieren, wenn mehrere gleichzeitig benutzt werden. Die frei stehende Installation ist auf die Benutzung durch Besucher:innen angewiesen, denn erst durch das Öffnen und Schließen der Türen lassen sich die vielfältigen Versperrungs- und Durchquerungsmöglichkeiten erforschen.

Sommerurlaub

2014, Langzeitperformance

Luftmatratzen, 7 × 4 Std.

Täglich blase ich Luftmatratzen auf, während ich alleine in einem leeren weißen Raum mit Schaufenster sitze. Eine Woche lange befülle ich sie mit Luft. Die aufgeblasenen Matratzen lasse ich zunächst auf den Boden gleiten. Später staple ich sie zu einem Turm, der den Innenraum fast gänzlich ausfüllt. Passant:innen können mir durch das Schaufenster zuschauen oder im Inneren zwischen den aufgetürmten Matratzen umherlaufen.

Abgesessen

2014, performatives Objekt

Holzstuhl, 80 × 40 × 42 cm

Die Sitzfläche eines Stuhls ist durch stundenlanges Herumrutschen völlig abgenutzt. Der starke Abrieb wurde durch die Befestigung von Schmirgelpapier an Po und Oberschenkeln erzeugt.

Wandstück

2013, Installation

Schnur, Maße variabel

Ein Teil einer Hausfront mit drei Glastüren, die mittlere geschlossen, die beiden äußeren offen. Das Stück Hauswand zwischen den offenen Türen wird mit Paketschnur umspannt: Viele Male wird die Schnur durch die eine Tür ins Innere und durch die andere wieder ins Freie geführt. Im Inneren verlaufen die Schnüre parallel vor der Wand und versperren so die mittlere Tür. Im Freien werden sie in einigem Abstand zur Wand durch die Öse eines Bodenhakens vor der mittleren Tür geführt. Da die Schnüre das Schließen der äußeren Türen verhindern, müssen sie am Ende des Tages durchtrennt werden.

Gegen die Wand

2013, institutionelle Performance

Sechs Tänzer:innen, 45 Min.

In einem leeren, fensterlosen Raum laufen sechs Personen unablässig gegen die Wände. Stoßen sie gegen eine Wand, laufen sie weiter und prallen gegen eine andere Wand oder immer wieder dieselbe Stelle. Mal berühren sie die Wand langsam und vorsichtig, dann werfen sie sich wieder kraftvoll dagegen. Maximal vier Besucher:innen können den Raum betreten und befinden sich dann inmitten der Performance.

Oneironaut

2012, Videoperformance

Beamerprojektion, 5:27 Min.

Ich durchwandere einen Pool, in dem Luftballons schweben. Langsam laufe ich unter Wasser umher, während ich immer wieder einen der Ballons ergreife, um im Gehen Luft aus ihm zu atmen. Das Video wird mit einem Beamer in einem völlig abgedunkelten Raum projiziert.

Raum für mich

2012, öffentliche Performance

Zwei Spanplatten, Zeit variabel

In einem selbst geschaffenen Raum, bestehend aus zwei Spanplatten, bewege ich mich durch die Fußgängerzone. Die Platten zwingen mich, winzige Schritte zu machen, und versperren mir die Sicht nach vorne. Langsam bewege ich mich die Straße entlang, während ich seitlich auf den Boden blicke, um mich zu orientieren. Für Passant:innen, die sich in schnellerem Tempo bewegen, werde ich zum Hindernis.

Blinder Fleck

2012, Videoinstallation

Sechs schwarze Leinwände, Maße variabel

Ich drehe und winde mich mit nacktem Oberkörper und versuche erfolglos eine bestimmte Stelle meines Rückens anzusehen. Dieser vergebliche Akt wird auf sechs schwarze Leinwände projiziert, die mich in unterschiedlichen Positionen und Ansichten zeigen (von vorne, von hinten, von den Seiten, sitzend und stehend). Bei der Bewegung durch die Projektionen müssen Betrachter:innen sich immer wieder selbst drehen, um die unterschiedlichen Positionen sehen und vergleichen zu können.

Zeit ansagen

2012, Soundinstallation

Sechs Lautsprecher, Bänke, 4 Std.

Die aktuelle Uhrzeit wird vier Stunden lang über sechs Lautsprecher angesagt. Jede Durchsage gibt die Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden an. Die Unmöglichkeit eines völlig gleichbleibenden Sprechtempos sorgt dafür, dass die Zeitansagen der Tonspuren sich mehr und mehr verschieben. Startet eine Durchsage nur eine Sekunde später als eine andere, wird bereits eine aktuellere Uhrzeit und somit eine veränderte Zahlenfolge angesagt, was für weitere Verschiebungen sorgt. Betrachter:innen können sich frei zwischen den Lautsprechern bewegen: Stellen sie sich in die Mitte der Installation, hören sie nur ein unverständliches Stimmengewirr. Nehmen sie genau vor einem der Lautsprecher auf einer Bank Platz, können sie sich eine der Tonspuren genauer anhören.

Schutzhütte

2011, Intervention

Holzbretter, Bank

In Kooperation mit Orell

Für eine Bank mit Meerblick wird eine Schutzhütte gebaut, auf einer Seite offen. So wie sie aufgestellt ist, bietet sie zwar Zuflucht vor Sonne, Wind und Regen, nimmt aber Schutzsuchenden zugleich die Sicht aufs Meer. Wer auf der idyllisch gelegenen Bank Platz nimmt, erblickt nur eine Bretterwand.

Ordentlich ziehen

2010, Video

Fernseher, 2:12 Min.

Ein unordentliches Zimmer, in dem Gegenstände und Kleidungsstücke wild auf Boden und Möbeln verstreut sind. Das Zimmer räumt sich nach und nach von selbst auf, indem die Objekte, die mit Schnüren versehen sind, in die Schränke und an die Wände gezogen werden. Das Video kann online oder per Fernsehübertragung von zu Hause aus betrachtet werden.

Mit Hammer und Meißel

2010, institutionelle Performance, 45-90 Min.

Gips, Hammer, Meißel

Eingegossen in einen Gipsblock, der bis knapp unterhalb der Knie reicht, stehe ich gebückt da und schlage mich mit Hammer und Meißel Stück für Stück aus dem Block heraus.

In Anlehnung

2010, institutionelle Performance, 2 Std.

Weiße Stellwand

Ich umrunde mehrere Stunden lang eine leere Stellwand in einer Ausstellung, wobei ich mich mit einer Körperseite gegen sie lehne.

Haltungsübung

2010, öffentliche Performance

Fünf Bücher, ca. 1 Std.

Fünf Bücher auf Hinterkopf und Nacken balancierend, gehe ich durch die Düsseldorfer Innenstadt. Die Bücher erzwingen eine gebeugte Haltung, den Blick auf den Boden gerichtet, was den Gang durch die menschengefüllten Straßen erschwert.

Vom Verschwinden

2009, öffentliche Performance, ca. 8 Std.

Porenbetonstein, Schnur

Ich ziehe einen Porenbetonstein an einer Schnur durch die Straßen, bis er gänzlich verschwunden ist. Der noch große, schwere Stein hinterlässt eine deutliche weiße Spur, die immer schwächer wird, je mehr der Stein sich abnutzt. Schließlich erzeugt der klein und leicht gewordene Stein gar keine Spur mehr und reibt sich, bis zu seiner völligen Auflösung, nur mehr sehr langsam ab.

Unter der Oberfläche

2008/09, Videoperformance

Flachbildfernseher, Loop

Ich tauche meinen Kopf ins Wasser und beginne zu sprechen, doch statt meiner Worte ist nur ein unverständliches Blubbern zu vernehmen. Von Zeit zu Zeit tauche ich kurz auf, um Luft zu holen, und spreche dann gleich weiter ins Wasser. Auch wenn meine Worte nicht zu verstehen sind, ist doch der Ärger an meinem Gesichtsausdruck ablesbar. Das Video wird auf einem in Augenhöhe hochkant aufgehängten Flachbildfernseher präsentiert.

Kubisches Wachstum

2008, Langzeitperformance, 4 Wochen

Gips, Pappmaché

Auf einen aufgeblasenen kleinen Luftballon trage ich abwechselnd Schichten aus Gips und Pappmaché auf. Durch das tägliche Auftragen von ein bis zwei weiteren Schichten wächst das ovale Objekt stetig an. Nach der vierwöchigen Ausstellungsdauer ist es schließlich so groß, dass es nicht mehr durch die Eingangstür passt und deshalb zerstört werden muss.

Vorbeugung

2007, Videoperformance

Beamerprojektion, 5:38 Min.

An den Gelenken meiner Gliedmaßen sind Steine befestigt. Durch die angebundene Last kann ich mich nur langsam fortbewegen und mein Körper neigt sich schräg nach vorne, während ich die Steine den Strand entlangziehe. Das Video wird als Beamerprojektion präsentiert.